Einführung in die CAD/CAM-Systeme
In der folgenden Übersicht werden die unterschiedlichen CAD/CAM-Verfahren nach den wesent-lichen Kriterien Datenaufnahme, Produktion und Material eingeteilt.

Einfluss der Hebelarmlänge l auf die Scharnierachsen-winkeländerung d: = arcsin α dh/l (dh = vertikale Wegänderung der Abtastspitze). Je größer die Hebelarmlänge, umso geringer wird die Winkeländerung bei linearer Wegänderung der Abtastspitze [10].
Dentale CAD/CAM-Verfahren
CAD/CAM-Verfahren können nach verschiedensten Gesichtspunkten eingeteilt werden. Die drei wesentlichen Kriterien sind die Datenaufnahme (Scannen), die Produktion und das Material.
Bei fast allen Verfahren zur maschinellen Herstellung von Zahnersatz handelt es sich um sogenannte subtraktive (abtragende) Methoden. Diese können nun zunächst allgemein unterschieden werden in digitale CAD/CAM-Systeme und analoge Kopierverfahren.
Die digitale CAD/CAM-Technik setzt sich prinzipiell aus drei Komponenten zusammen. Diese umfassen die Datenerfassung der Präparation sowie die Gestaltung (CAD-Ebene) und Herstellung (CAM-Ebene) des Zahnersatzes. Im ersten Schritt werden mit einer geeigneten Abtasteinrichtung die dreidimensionalen Daten der präparierten Zahnoberfläche räumlich erfasst und digitalisiert. Anschließend erfolgen im CAD-Bereich die Planung und Berechnung der Form des Ersatzkörpers am Bildschirm des Computers. Anhand der konstruierten Daten wird nun die Restauration computerunterstützt angefertigt. Das erstellte Bearbeitungsprogramm und die unter seiner Kontrolle numerisch gesteuerte Werkzeugmaschine bilden den CAM-Bereich. Diese Schritte bilden eine Verfahrenskette, siehe Abbildung 2.
Kopierverfahren
Kopierverfahren sind definitionsgemäß keine CAD/CAM-Verfahren, da der CAD-Schritt entfällt. Bei den Kopierverfahren werden Modelle aus Wachs oder Kunststoff vom Zahntechniker modelliert und dann mechanisch oder optisch erfasst. Anschließend wird dann maschinell die Restauration hergestellt. Zur Vollständigkeit sollen die Kopierverfahren mitbehandelt werden.
Das Vorgehen bei der Anwendung analoger Verfahren, zu denen sowohl das Kopierschleifen bzw. -fräsen als auch die Erosionsverfahren mittels Funken- bzw. Sonoerosion gehören, beinhaltet dagegen zwei Schritte. Zunächst erfolgt die Herstellung einer Pro-Restauration, deren Form bei der nachfolgenden Abtastung direkt auf das Werkstück übertragen wird. Da die Datenerfassung nach dem analogen Prinzip grundsätzlich indirekt auf dem Modell stattfindet, sollten die Kopierverfahren demnach anhand der zum Einsatz kommenden Herstellungstechniken unterteilt werden.
Grundsätzlich ist bereits vor dem Beschleifen des Zahns die Arbeitsweise der ausgewählten Herstellungstechnik zu berücksichtigen. Meist ist die Präparation in gewohnter Weise durchzuführen und weist nur geringe Unterschiede zu den konventionellen Regeln auf. Allerdings hat die erbrachte Genauigkeit und Sorgfalt einen größeren Einfluss auf die Passgenauigkeit. In
fast allen Fällen schließt sich sowohl der digitalen als auch der analogen Methode eine manuelle Nachbearbeitung des Werkstücks an, die der Zahnarzt bzw. -techniker in Form einer Politur oder Individualisierung durchführt.
Ort der Datenerfassung
Im Gegensatz zu den Kopier-Systemen sind bei der digitalen Arbeitsweise, den CAD/ CAM-Systemen, gerade im Bereich der Abtastung die größten Unterschiede zwischen den einzelnen Verfahren zu verzeichnen. Daher bietet es sich an, die digitalen CAD/CAM-Systeme primär anhand der zur Vermessung der Präparation eingesetzten Methode einzuteilen. Den Ort der Abtastung betreffend wird dabei differenziert zwischen direktem intraoralen und indirektem extraoralen Vorgehen. Zusätzlich unterscheidet man die Art der Datenaufnahme prinzipiell in optische und mechanische Methoden. Lesen Sie weiter im Supplement der dental-praxis, Ausgabe 3/2010.
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