Standard oder maßgefertigt?
Die richtige Wahl des Abutments ist eine zentrale Herausforderung für den Langzeiterfolg einer implantatprothetischen Versorgung. Neben der Auswahl von Angulation und Schulter- beziehungsweise Gingivahöhe rückt zusätzlich die Frage nach dem richtigen Werkstoff – vor allem aus ästhetischer Sicht – ins Zentrum der Überlegungen. Hierbei geht es insbesondere darum, unerwünschte Mukosaverfärbungen zu vermeiden. Zwar gibt es für die Systeme Xive und Ankylos (Dentsply Friadent) eine Vielzahl von Standardkomponenten, doch bei besonders stark geschwungenem Mukosaverlauf sind zeitgemäße Forderungen
nach einem kontrollierbaren Zementspalt, natürlichem Emergenzprofil (Durchtrittsprofil) und ausreichender Retention des Abutments durch die Katalogkomponenten nicht immer zu erreichen. Ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von maßgefertigten Abutments wird anhand des nachfolgenden Fallbeispiels beschrieben.
Chirurgische Vorgehensweise
Die 55-jährige Patientin konsultierte unsere Praxis, da sie sich eine optische Verbesserung ihrer Frontzahnsituation erhoffte (Abb. 1). Die Behandlung war an ein definiertes Budget gebunden und folgte so dem Wunsch der Patientin nach Vorhersagbarkeit und Transparenz in Bezug auf die zu erwartenden Kosten.
Nach eingehender Prüfung wurde der Zahn 21 als nicht erhaltenswürdig eingestuft, an den Zähnen 13, 12, 11 und 22 wurden Revisionen der Wurzelfüllungen geplant, um die Zähne nachfolgend bei guter Prognose mit Stiftaufbauten und keramischen Kronen zu versorgen (Abb. 2).
Zahn 21 wurde schonend entfernt, sodass nur das Weichgewebsvolumen verbessert werden musste. Das Schleimhauttransplantat wurde dem Gaumen entnommen und passgenau platziert (Abb. 3). Ein definierter Volumenüberschuss des Weichgewebes ist für die Implantation und die im Anschluss erforderliche Weichgewebsausformung hilfreich (Abb. 5). Das in diesem Termin eingegliederte laborgefertigte Provisorium ist hierbei ein wichtiger Protokollschritt (Abb. 4). Ohne Einschränkungen kann der Heilungsprozess abgewartet werden – gute Werkstoffe und zahntechnische Präzision sind dabei förderlich. Der Patient bekommt ein Gefühl für die spätere Ästhetik und kann seine eigenen Vorstellungen hierzu frühzeitig mit einbringen. Lesen Sie den ganzen Artikel in der dental praxis 3/2011!
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