Update Schmerzhafte Beschwerden der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke
In den letzten Jahren nimmt das Thema kraniomandibuläre Dysfunktionen CMD, auch Myoarthropathien genannt, einen immer größeren Raum in der zahnärztlichen Fachliteratur ein.
Dies entspricht der Realität aus dem praktischen Alltag eines Zahnarztes, der immer häufiger mit Patienten konfrontiert wird, die über schmerzhafte Beschwerden der Kau- und Kopfmuskulatur sowie der Kiefergelenke klagen. Auf Grundlage der Evidence based Medicine werden sinnvolle Verfahren aus Diagnostik und Therapie von schmerzhaften CMD geschildert, aus der Praxis und für die Praxis.
International spricht man bei Schmerzen der Kaumuskulatur und / oder Kiefergelenke von Temporomandibular Disorders TMD und im deutschen Sprachraum werden die Begriffe kraniomandibuläre Dysfunktion CMD oder Myoarthropathie verwendet. Nach differenzialdiagnostischer Abklärung findet die Klassifizierung von schmerzhaften CMD nach den Kriterien der Research Diagnostic Criteria for Temporomandibular Disorders RDC/TMD statt. Schmerzen der Kaumuskulatur werden hier als myofasziale Schmerzen bezeichnet und Schmerzen der Kiefergelenke als Arthralgie oder aktivierte Arthrose.
Nicht-schmerzhafte Funktionsstörungen des Kausystems wie Knacken / Reiben der Kiefergelenke, Deviationen bei Unterkieferbewegungen, palpationsempfindliche Stellen der Kaumuskulatur und andere so genannte „anormale“ Befunde werden hier nicht berücksichtigt. Es gibt keine Belege dafür, dass diese klinischen Zeichen Risikofaktoren für eine spätere schmerzhafte Erkrankung sein können, wie am Beispiel von Kiefergelenkknacken gezeigt werden konnte.
In den Industrieländern haben nach aktuellen Aussagen der „International Association for the Study of Pain [IASP]“ etwa 20 Prozent der Erwachsenen chronische Schmerzen, wobei ältere Menschen und Frauen besonders betroffen sind. Der Kopfbereich liegt mit 15 Prozent an dritter Stelle, nach Rücken- und Knieschmerzen. Orofaziale Schmerzen treten nach Untersuchungen aus verschiedenen Ländern in einer Prävalenz von 14 bis 40 Prozent bei Erwachsenen auf, wobei schmerzhafte CMD bei zirka zehn Prozent liegen. Frauen sind 1,5 bis zwei mal häufiger betroffen als Männer, die Prävalenz erreicht einen Höhepunkt mit 40 Jahren und sinkt danach ab. Bei den weiblichen Jugendlichen steigt die Häufigkeit von CMD-Schmerzen mit den Regelblutungen stark an, aufgrund von hormonellen Faktoren.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der gedruckten dental praxis 9.10/2007.
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